Amsterdam bereisen und viel entdecken

Amsterdam überrascht zu jeder Jahreszeit

Alte Fassade in Amsterdam

Amsterdam lässt sich mit nur einem Wort Beschreiben: Überraschend. Die altehrwürdige Stadt in Nordholland blickt auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurück. Wer heute die Metropole besucht, findet Zeugnisse dieser Geschichte gleich neben aktueller Spitzenarchitektur und ein Rotlichtviertel direkt neben einer Kirche. Die Jahreszeit des Besuchs spielt dabei fast gar keine Rolle, denn hier wird das ganze Jahr über etwas geboten. Man legt Wert auf alte Traditionen, ist Neuem gegenüber aber auch sehr aufgeschlossen. Wen wundert da noch eine Kirche, deren schmaler Eingang in den bunten Fassaden der Geschäfte in der Fußgängerzone kaum ins Auge fällt. Amsterdam ist eine Metropole der Gegensätze und bietet jedem Besucher ein ganz persönliches Reiseerlebnis. Eigentlich ist es kaum möglich, diese Stadt an nur einem Tag auch nur halbwegs kennen zu lernen, denn wer wirklich etwas sehen und den Charme von Amsterdam fühlen will, muss schon ein paar Tage länger bleiben.

Tauben, Autos, Menschen – Der Dam

Das Zentrum Amsterdams ist der Dam, hier befinden sich der Königliche Palast und gleich daneben die Nieuwe Kerk. Die wichtigsten Einkaufsstraßen Kalverstraat und Nieuwendijk treffen hier aufeinander und in nördlicher Richtung gelangt man via des Boulevard Damrak zum Bahnhof. Mittendrin bahnen sich noch sechs Straßenbahnlinien einen Weg durch das Treiben und in der Zukunft soll der Verkehr durch die im Bau befindliche U-Bahn entlastet werden. Auch das Nationalmonument befindet sich auf dem Dam, es erinnert an die Zeit des Zweiten Weltkrieges, als die Deutschen die Niederlande besetzt haben. Vielen Tauben und noch mehr Menschen begegnet man hier besonders an schönen Tagen, denn am Dam muss jeder Tourist einmal gewesen sein. Rund um den Platz finden sich weitere Gebäude wie das Kaufhaus Bijenkorf und das traditionsreiche Hotel Krasnapolsky. Auch Madame Tussauds ist hier am Dam zu finden und zieht viele Besucher an.

Shopping mit Überraschung



Wer in Amsterdam Shopping machen möchte, ist in erster Linie in den beiden Straßen Kalverstraat und Nieuwendijk unterwegs. Hier sind Filialen aller namhaften Unternehmen vertreten und dazwischen findet sich auch noch so manches Juwel abseits der immer gleichen Anbieter. Ein ganz besonderes Kleinod ist die gut versteckte Kirche ‘De Papegaai’. Nur eine kleine Häuserfront, deren Aussehen sich durch den neogothischen Bogen von den umliegenden Gebäuden abhebt, weist darauf hin dass sich dahinter ein Gotteshaus befindet. Ein kleiner Aufsteller mit der Aufschrift ‘Een Kwartier voor God’ weist zusätzlich auf die Besonderheit hin. Betritt man das Gebäude, gelangt man durch einen Vorraum in die eigentliche Kirche. Man ist erstaunt über ihre Größe, denn eine solche Fläche vermutet niemand hinter den kleinen Fassaden in der Kalverstraat. Fast bedrückend wirkt die Stille, ein krasser Gegensatz zum hektischen Treiben auf der Einkaufsstraße, die nur wenige Meter entfernt ist. Doch nach wenigen Sekunden kann man die hier herrschende Ruhe genießen und das Gebäude auf sich wirken lassen. Die Kirche verdankt ihren Namen dem Umstand, dass im Garten eines Hauses gebaut wurde, den ein Vogelhändler bewohnt haben soll. Entstanden ist die Schuilkerk, so der Fachbegriff für diese Art des Kirchenbaus, um das Jahr 1700.

Weltbekannte Märkte

Stadtansicht Amsterdam

So bekannt wie die Einkaufsstraßen sind auch die Märkte in Amsterdam. In De Pijp findet von Montag bis Samstag der Albert Cuyp Markt statt. Hier gibt es nichts, was man nicht kaufen kann. Freunde von Trödel und Antiquitäten sollten den Waterlooplein besuchen, denn hier bieten die Händler ein riesiges Angebot an Waren feil. Der Waterlooplein ist ebenfalls täglich, außer Sonntag, geöffnet. Auch der schwimmende Blumenmarkt hat es zu Weltruhm gebracht. Zu finden ist er in der Gracht namens Singel und hat an allen Wochentagen geöffnet. Das Angebot besteht hier aus Blumen und Blumenzwiebeln sowie den typischen Artikeln, die man den Touristen verkaufen möchte. Es macht einfach Spaß, über die Kähne zu schlendern und sich das Warenangebot auf schwankendem Boden aus der Nähe anzusehen.

Nightlife und Gastronomie

Das Nachtleben von Amsterdam ist bunt und bietet jedem Gast das Richtige. Discos und Bars ziehen vorwiegend junge Leute an, die hier ausgiebig feiern. Besonders trendy geht es im Stadtteil De Pijp zu. Hier findet man in erster Linie die Einheimischen, auch Prominenz und Geldadel werden ab und an gesichtet. Gepflegte Gastronomie darf man ebenfalls erwarten. Diese hebt sich gar nicht so von unserer gewohnten Kost ab, ist jedoch durch den Einsatz anderer Gewürze doch etwas ganz Neues. Hier schmeckt man förmlich die Geschichte und die Zeiten, als das alte Holland noch eine bedeutende Kolonialmacht war. Neben der niederländischen Küche ist im multikulturellen Amsterdam auch fast jedes Land der Welt mit seiner Küche vertreten. Asiatische Gerichte kennt man und Mexikanisch ist auch fast jedem ein Begriff, doch spätestens bei äthiopischer Küche fragt man sich doch, was es in diesem Land wohl Gutes geben mag. Aufschluss darüber bietet ein Besuch im Restaurant Semhar in der Marnixstraat. Die allgegenwärtigen Eetcafés dagegen bieten eher bodenständige Gerichte wie den Stamppot, einen Eintopf mit unterschiedlichen Zutaten. Dieser schmeckt besonders gut, wenn es draußen kühler ist und man Lust auf eine deftige Mahlzeit hat. Man speist in gemütlicher Atmosphäre und ein Genever darf zum Abschluss nicht fehlen. Den wohl besten Ausblick über Amsterdam hat man vom Canvas aus. Die Lounge liegt im 7. Stock des alten Gebäudes der Volkskrant, wo sich ehemals die Kantine für die Redakteure der Zeitung befand. Hier verbringt man eine entspannte Zeit zwischen Kunst und origineller Deko, bei unterschiedlicher Musik oder Live-Events.

Das Rotlichtviertel Walletjes

De Wallen, von den Einheimischen auch Walletjes genannt, ist das bekannteste der drei Rotlichtviertel Amsterdams. Man hat Frieden mit dem Gewerbe geschlossen und da die Prostitution hier legal ist, hat man auch die Kriminalität besser in den Griff bekommen. Die Damen bieten ihre Dienstleistungen am Fenster der Häuser entlang der bunt beleuchteten Gassen an. Heute zählt die Gegend neben dem Hauptbahnhof rund um den Oudezijds Voorburgwal und den Oudezijds Achterburgwal zu den sichersten Vierteln der Metropole Amsterdam denn viele Kameras und die starke Präsenz der Polizei sorgen dafür, dass auf den Walletjes alles seinen geregelten Gang geht. Und so lohnt ein Bummel durch das Rotlichtviertel auch ohne eiindeutige Absichten, denn auch Kneipen und Coffee-Shops sowie einige Resaurants mit meist asiatischen Inhabern gehören zu diesem Viertel und machen einen großen Teil der Atmosphäre aus. Zum Namen gelangte die Gegend durch aufgeschüttete Wälle, aus denen die ersten Siedlungen hier in der Gegend entstanden. Gleich hinter De Wallen beginnt Chinatown.

Amsterdams Chinatown

Gleich mehrere Superlative zeichnen den Stadteil aus, der Chinatown genannt wird. Der größte buddhistische Tempel (Fo Guang Shan He Hua), das älteste chinesische Viertel auf Europas Festland und als weitere Besonderheit die Tatsache, dass hier nich nur Chinesen, sondern auch andere Asiaten wohnen und arbeiten, machen den Zauber des Viertels aus. Gute Restaurants mit authentischen Gerichten und viele Bildungseinrichtungen, dazu kulturelle Stätten und der ganz besondere Charme innerhalb der kleinen Gassen sind viele gute Gründe, sich hier einmal umzusehen. Auch sollte jeder, der gern selbst asiatisch kocht, hier einen der Supermärkte besuchen um sich mit den entsprechenden Zutaten zu versorgen.

Kulturelle Highlights



Kaum eine andere Stadt bietet so viele Mussen und Ausstellungen wie Amsterdam. Das Tropenmuseum in der Linnaeusstraat und die bekannten Häuser wie das Rijksmuseum oder das Stedelijk Museum ergänzen das berühmte Van Gogh Museum und das Rembrandthaus. Weltbekannte Gemälde und Dokumente sind hier hautnah zu sehen. Eine Besonderheit findet Freitag abends im Van Gogh Museum statt. Inmitten der ehrwürdigen Kunst legen Djs auf oder die Gäste werden mit Live Musik verwöhnt. An einer Bar gibt es Drinks und man kann in der Lounge kleine Häppchen genießen. Zum Pflichtprogramm gehört das Anne-Frank-Haus in der Prinsengracht. Wer sich für Pflanzen interessiert, sollte den Botanischen Garten De Hortus besucht haben. Er liegt in Gehweite vom Stadtkern entfernt, in der Plantage Middenlaan und bietet ganzjährig auch die unterschiedlichsten Sonderausstellungen. Ganz andere Exponate finden sich in den vielen Museen, deren Thema eher außergewöhnlich ist. Das Sex-Museum auf dem Damrak und die Heineken Experience versprechen gute Unterhaltung. Fußballfans dürfen keinesfalls das Ajax-Museum verpassen, das anschaulich die Geschichte des Traditionsvereins darstellt.

Unser Tipp: Für etwa 40 EUR kann man die Museumkaart kaufen. Rund 400 Museen in den ganzen Niederlanden lassen sich damit ein Jahr lang ohne weitere Kosten besuchen. Besonders wenn man öfter mal in die Niederlande fährt oder nur bei einer Städtereise mehrere Ausstellungen besuchen will, kann man so gut und günstig das jeweilige Museum besuchen. Im Preis inbegriffen sind übrigens auch die vierteljährlich erscheinenden Magazine, die über Neuigkeiten informieren.

Grachtenrundfahrt in Amsterdam

Gracht in der Innenstadt

Oft belächelt und doch macht es viel Spaß, die unausweichliche Fahrt mit einem Boot durch die Grachten von Amsterdam. Man sieht die Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel und besonders die hohen Fassaden der Häuser wirken aus dieser Perspektive besonders beeindruckend. Um die Fahrgäste bemühen sich mehrere Untenehmen mit ihren Grachtenbooten und so stehen rund 200 Wasserfahrzeuge bereit, Amsterdam vom Wasser aus zu entdecken. Unterwegs erfährt man viele interessante Details zu Gebäuden und der Geschichte der Stadt. Neuerdings werden auch Elektroboote eingesetzt um Emissionen zu reduzieren. Das Wasser der Kanäle wird übrigens 3 mal pro Woche durch Frischwasser aus dem IJsselmeer ergänzt bzw. ausgetauscht. Dazu werden fast alle Schleusen und Wehre geschlossen und die Pumpwerke sorgen für saubere Grachten in Amsterdam. Auch der Anschluss aller Hausboote an das städtische Kanalsystem hat zur Sauberkeit beigetragen und so leben heute rund 20 unterschiedliche Arten von Fischen und Krabben in den Grachten von Amsterdam.